frauen in führungspositionen

Aufmüpfig – Frauen in Führungspositionen

Muss man hart sein, um oben anzukommen?

Das Ernüchternde zuerst: Frauen in Führungspositionen sind immer noch ein rarer Anblick.

In den Vorständen der 200 umsatzstärksten deutschen Unternehmen liegt der Frauenanteil bei rund 18 Prozent. In den DAX-40-Konzernen sieht es mit gut 25 Prozent besser aus — aber auch dort ist ein Vorstand mit mehreren Frauen die Ausnahme. Das zeigt das DIW Managerinnen-Barometer, das die Zahlen seit 2006 jährlich erhebt.

Und es kommt etwas dazu, das neu ist: Erstmals seit über zehn Jahren sinkt der Anteil wieder . Nach Jahren, in denen es jährlich um mindestens einen Prozentpunkt nach oben ging, ist die Entwicklung gekippt. Deutschland gehört damit zu den wenigen Ländern, in denen es gerade rückwärts geht.

Was machen andere Länder anders?

In Ländern wie den USA, Großbritannien oder Schweden wäre ein Vorstand ohne eine einzige Frau kaum vermittelbar. Nicht in erster Linie wegen der Gesetze, sondern weil es gesellschaftlich schwer zu erklären wäre.

Interessant ist der Blick auf die Zahlen dahinter: Deutsche Unternehmen, für die eine gesetzliche Quote gilt, kommen im Schnitt auf gut 22 Prozent. Unternehmen ohne Quotenpflicht liegen bei rund 14 Prozent — nachzulesen im Women-on-Board-Index von FidAR. Der Unterschied ist deutlich — und er sagt etwas darüber, wie viel ohne äußeren Anstoß tatsächlich passiert.

Wir brauchen Frauen, die sich trauen

Eine, die es geschafft hat, ist Manuela Rousseau, langjähriges Aufsichtsratsmitglied bei Beiersdorf. Sie hat ein Buch geschrieben, dessen Titel schon das Wesentliche sagt: „Wir brauchen Frauen, die sich trauen“.

In einem Interview mit dem Spiegel stand die zugespitzte Aufforderung, Frauen sollten mit dem Kuchenbacken aufhören. Gemeint ist: aufhören, sich über Gefälligkeiten Anerkennung zu verschaffen, statt über die eigene Leistung.

Verlieren Frauen in Führung ihre Weiblichkeit?

Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin. Sie stellte fest, dass die Frauen in Führungspositionen, die sie kennt, mit der Zeit härter werden. Maskuliner, sagte sie. Und oft auch unsympathischer. Nicht mehr nett. Alpha-Frauen eben.

Daraus wurde eine hitzige Diskussion — angefangen bei der Frage, ob man ein Ekel sein muss, um ganz nach oben zu kommen.

Egal ob Frau oder Mann: Diese Annahme hält sich hartnäckig. Wer nach oben will, muss ein eiskalter Typ sein. Jemand, der die Ellenbogen einsetzt. Jemand, der über Leichen geht.

Ich glaube, dieses Bild haben wir von Generation zu Generation weitergereicht — und es ist überholt. Die Zukunft sieht anders aus.

Ein anderer Weg nach oben

Der Weg ist selten einfach. Er ist steinig. Aber es kommt darauf an, wie wir die Steine bearbeiten.

Der Weg nach oben sollte in erster Linie Spaß machen. Ja, wirklich: Spaß. Diesen Punkt finde ich ungeheuer wichtig, denn er verändert die Perspektive auf Hindernisse. Entschlossenheit, Durchhaltevermögen, Zeit und Energie sind selbstverständliche Voraussetzungen. Aber immer mehr Menschen brauchen zusätzlich Nachvollziehbarkeit — wir wollen einen Sinn in dem sehen, was wir tun.

Wer mit Leidenschaft vorwärts geht, nimmt Hindernisse leichter. Das gilt für Frauen wie für Männer.

Und ja, ich glaube auch: Eine Frau sollte oft ein wenig besser sein. Aber nicht härter und nicht männlicher. Sie kann ihren Auftritt charmant gestalten und trotzdem klar ihre Meinung vertreten. Sie kann mutig und überzeugt an die erste Stelle treten, statt sich mit der zweiten Reihe zu begnügen. Dazu muss sie sich nicht verstellen.

Was das für den Führungsalltag heißt

Aus meiner Arbeit als Regisseurin weiß ich: Am Set führt niemand über Lautstärke. Die Menschen, denen ein Team folgt, sind die, die klar sagen, was sie wollen, und zu ihren Entscheidungen stehen. Autorität entsteht aus Verlässlichkeit, nicht aus Härte.

Drei Dinge, die in meinen Trainings am häufigsten fehlen:

  • Klarheit statt Konjunktiv. „Vielleicht könnten wir eventuell mal überlegen“ ist keine Ansage. Wer klar formuliert, wirkt souverän — ohne lauter zu werden.
  • Nein sagen ohne Rechtfertigungsschleife. Eine kurze Begründung reicht. Wer sich erklärt, bis das Gegenüber zustimmt, gibt die Entscheidung ab. Wie sich das üben lässt, habe ich hier aufgeschrieben: ein Nein aushalten und ein Nein aussprechen.
  • Die eigene Meinung im Raum stehen lassen. Nicht abschwächen, nicht sofort relativieren, nicht mit einem Lachen entschärfen.

Das ist alles trainierbar — und es ist das Gegenteil von hart werden. Genau daran arbeiten wir im Kommunikationstraining für junge Führungskräfte.

business coach mona el Mansouri

Frequently Asked Questions.

In den 200 umsatzstärksten Unternehmen liegt er bei rund 18 Prozent, in den DAX-40-Konzernen bei gut 25 Prozent. Erstmals seit über zehn Jahren ist der Anteil zuletzt wieder gesunken.

Nein. Was tatsächlich zählt, ist Klarheit: klare Ansagen, nachvollziehbare Entscheidungen, Verlässlichkeit. Härte wird oft mit Klarheit verwechselt — sie ist aber eher ein Ersatz dafür.eißt: mehr Redezeit für dich.

Nicht zwangsläufig. Der Eindruck entsteht oft, wenn Frauen ein Führungsbild übernehmen, das ihnen nicht entspricht. Wer die eigene Art beibehält und trotzdem klar auftritt, wirkt glaubwürdiger als jede Kopie.

Üben. Auftreten, Stimme und klare Formulierungen sind Handwerk, kein Talent — genau darum geht es im Rede- und Auftrittstraining.

„Der Weg nach oben führt nicht über Ellenbogen. Er führt über Klarheit — und die kann man lernen."

Mona EL Mansouri

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